Februar 2016

“Jeder wünscht sich alt zu werden - aber niemand will alt sein.“

Mitgliederveranstaltung rund um „Pflege, Vorsorge und Absicherung“

Rund 200 Gäste konnten wir an jedem der zwei Termine begrüßen.

Bereits 2011 konnten wir rund 250 Mitglieder zu einer Veranstaltung rund um die Themen „Pflege, Vorsorge und Absicherung“ begrüßen. Eine Änderung des Pflegestärkungsgesetzes II nahmen wir nun zum Anlass, die Veranstaltung mit aktualisierten Inhalten zu wiederholen. Aufgrund des regen Interesses fand die Vortragsreihe mit insgesamt vier Referenten diesmal an zwei aufeinander folgenden Terminen in der Alten Synagoge in Kitzingen statt. Insgesamt folgten rund 400 Mitglieder unserer Einladung.

Nach einer Begrüßung durch Vorstand Peter Siegel startete Rechtsanwältin Dr. Silke Wenk ihren Vortrag über Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung. Dr. Wenk erörterte deren Rechtsgrundlagen und Rahmenbedingungen. Ihre Kernaussage: „Jeder sollte frühzeitig und selbstständig festlegen, wie und von wem er im Falle eines Unfalls oder einer Krankheit versorgt werden möchte.“

Im Anschluss kündigte Prokurist und Bereichsleiter Alexander Schuster den zweiten Referenten an. Gerd Seidel, Bereichsleiter der Allianz Regionaldirektion Würzburg, zeigte, dass das Thema Pflege früher oder später jeden in irgendeiner Form betrifft. Die allgemeine Haltung der Deutschen zum Thema fasste Seidel in einem Satz zusammen: „Jeder wünscht sich alt zu werden – aber niemand will alt sein.“

Vor diesem Hintergrund solle es zu denken geben, dass 59 % der Bevölkerung das Thema Pflege für wichtig hielten, aber nur 3,4 % über eine private Vorsorge verfügten. Seidel zeigte auf, wie ein Vermögen trotz staatlicher Zuwendungen durch Krankheits- und Pflegekosten aufgezehrt werden kann. Anschließend stellte er Lösungsansätze vor, mit denen die entstehende Versorgungslücke geschlossen werden kann.

Helmut Witt, Geschäftsführer des Hauses der Pflege Kitzinger Land, und Norbert Gresser, Einrichtungsleiter der Sozialstation MediCare, informierten über Auswirkungen der Reform des Pflegestärkungsgesetzes II. Durch diese bestehe die Gefahr, dass gering Pflegebedürftige zukünftig eher Zuhause gepflegt werden müssen, da die stationäre Pflege für sie zu teuer wird. Dies wirke sich auch direkt auf die Pflegeheime aus, da die Kosten höherer Pflegestufen bisher durch Zahlungen wenig Beeinträchtigter mit gedeckt würden.

Witt und Gresser machten außerdem auf die zukünftige Personalsituation aufmerksam. Durch den steigenden Anteil schwer beeinträchtigter Personen stiegen auch die Anforderungen an geeignetes Personal. Witts Fazit zur Gesetzesreform: „Es ist gut, dass dieses Gesetz gekommen ist, aber es löst leider nicht die Probleme, die noch auf uns zukommen werden.“

Von links nach rechts: Peter Siegel, Gerd Seidel, Helmut Witt, Dr. Silke Wenk, Norbert Gresser und Alexander Schuster.