April 2013

Der Euro - was wird aus unserem Geld?

Prof. Dr. Otmar Issing zu Gast in Dettelbach


Prof. Dr. Otmar Issing gibt dem Euro eine Chance.

Die EU-Schuldenkrise mit immer neuen Schlagzeilen über Finanzhilfen für verschuldete Euro-Länder, Meldungen über Zwangsabgaben für Sparguthaben in maroden Volkswirtschaften oder neu gegründete Parteien, die für die Abschaffung des Euro plädieren, sorgen für große Verunsicherung. Viele Menschen stellen sich die Frage, ob ihre Sparguthaben noch sicher sind oder ob es mit dem Euro weitergeht.

Rund 900 Mitglieder unserer Bank erhielten am 15. April 2013 in der Dettelbacher Maintalhalle von einem anerkannt kompetenten Finanzexperten Antworten auf diese und andere Fragen. Für unsere jüngste Mitgliederveranstaltung konnten wir Prof. Dr. Otmar Issing als Referenten zum Thema „Der Euro – was wird aus unserem Geld?“ gewinnen.

Der Würzburger Ökonom und ehemalige Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank (EZB) gilt als einer der Väter des Euro und der Währungsunion. Gleichwohl sah er sich zu keiner Zeit als "Euphoriker", sondern brachte der Gemeinschaftswährung stets ein gesundes Maß an Skepsis entgegen.

Trotz andauernder Finanzkrise bescheinigt Issing dem Euro positive Zukunftsaussichten und ist sicher, dass „der Euro mich lange überleben wird“. Er verwies auf dessen Stabilität und erinnerte daran, dass der Euro seit seiner Einführung stabiler sei als die D-Mark. Auch die nach wie vor geäußerten „Teuro“-Behauptungen würden durch niedrigere Preissteigerungen als zu D-Mark-Zeiten widerlegt. Darüber hinaus habe Deutschland im Gegensatz zu anderen Ländern frühzeitig notwendige Reformen auf den Weg gebracht, um wettbewerbsfähiger zu werden und stehe deshalb heute wirtschaftlich vergleichsweise gut dar. Letztlich gehe es nicht um die Frage, ob der Euro noch zu retten sei, sondern darum, mit welchen Ländern der Euro-Raum bestehen bleibe.

In diesem Zusammenhang erteilte er den milliardenschweren Rettungsschirmen an Griechenland und zuletzt Zypern eine klare Absage. Es setze falsche Zeichen, kriselnden Volkswirtschaften immer wieder zu helfen, um sie in jedem Fall in der Euro-Zone zu halten. Letztlich würde die Gemeinschaft damit erpressbar, da die Überzeugung entstehe, dass jedes Land dauerhaft im Euro-Raum bleibe – egal was passiere. Er favorisiere „Hilfe zur Selbsthilfe“, z. B. in Form gezielter Unterstützung beim Aufbau funktionierender Infrastrukturen. Solche Hilfsmaßnahmen müssten aber auch ein Ende finden, vor allem, wenn Bedingungen nicht erfüllt oder notwendige Reformen nicht angegangen würden.

Dem Vortrag folgte eine von Ralf Winter, bei der Allianz als Leiter Vertrieb für Versicherungen Genossenschaftsbanken verantwortlich, moderierte Podiumsdiskussion zwischen Prof. Dr. Otmar Issing, dem Hochschulprofessor und Aufsichtsratsmitglied unserer Bank, Prof. Dr. Leonhard Knoll, sowie Gerrit Voss, Geschäftsführer der Drykorn Modevertriebs GmbH & Co. KG und Mitglied unserer Vertreterversammlung.

Die Akteure unserer Mitgliederveranstaltung (v. links n. rechts): Gerrit Voss, Vorstand Roland Köppel, Ralf Winter, Vorstand Peter Siegel, Prof. Dr. Otmar Issing und Prof. Dr. Leonhard Knoll.